Mentale Gesundheit im Unternehmen

Mentale Gesundheit

Was passiert nach einem Arbeitsunfall?

Sonja Schmauser

Wiedereingliederung nach Krankheit: Warum die ersten Wochen entscheidend sind

Wenn Mitarbeitende nach einer längeren Erkrankung an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, beginnt für Unternehmen eine Phase, die häufig unterschätzt wird. Die Abwesenheit ist beendet – doch damit ist nicht automatisch alles wieder wie zuvor.

Für die zurückkehrende Person stellen sich Fragen wie: Bin ich schon wieder belastbar genug? Kann ich an meine frühere Leistung anknüpfen? Wie reagieren meine Kolleginnen und Kollegen? Was passiert, wenn ich merke, dass mir bestimmte Aufgaben noch schwerfallen?

Auch Führungskräfte und Personalverantwortliche bewegen sich in einem Spannungsfeld. Sie möchten die Rückkehr unterstützen, müssen gleichzeitig Arbeitsabläufe organisieren, Erwartungen im Team moderieren und betriebliche Anforderungen berücksichtigen.

Genau deshalb entscheidet sich der Erfolg einer Wiedereingliederung nach Krankheit nicht allein daran, ob ein Mitarbeitender wieder am Arbeitsplatz erscheint. Entscheidend ist, wie die Rückkehr vorbereitet, begleitet und in den ersten Wochen gestaltet wird.

Denn die eigentliche Herausforderung beginnt für Unternehmen häufig erst mit der Rückkehr.

Warum die Rückkehr nach längerer Krankheit oft unterschätzt wird

Nach einer längeren Erkrankung wieder im Unternehmen zu sein, bedeutet nicht automatisch, wieder uneingeschränkt leistungsfähig zu sein.

Körperliche oder psychische Beschwerden können noch nachwirken. Konzentration, Belastungsdauer, Stressregulation oder das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit müssen sich möglicherweise erst wieder entwickeln.

Gleichzeitig ist auch der Arbeitsplatz während der Abwesenheit nicht stehen geblieben.

Projekte wurden fortgeführt, Aufgaben neu verteilt, Zuständigkeiten verändert oder neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Teams haben zusätzliche Aufgaben übernommen und eigene Routinen entwickelt. Die zurückkehrende Person muss sich deshalb häufig nicht nur gesundheitlich, sondern auch organisatorisch und sozial neu orientieren.

Auf Unternehmensseite entsteht dagegen schnell der verständliche Wunsch, möglichst bald zum gewohnten Arbeitsalltag zurückzukehren.

Genau hier liegt ein Risiko: Anwesenheit wird mit Belastbarkeit gleichgesetzt.

Ist ein Mitarbeitender wieder da, wird unbewusst oft vorausgesetzt, dass Aufgaben, Verantwortung und Arbeitstempo ebenfalls wieder dem früheren Niveau entsprechen können. Ist das noch nicht der Fall, entsteht schnell Überforderung – manchmal lange bevor sie für Führungskräfte sichtbar wird.

Eine nachhaltige Rückkehr braucht deshalb ein realistisches Verständnis davon, dass Arbeitsfähigkeit nach längerer Erkrankung ein Prozess sein kann.

Praxis-Tipp für Führungskräfte

Vermeiden Sie Formulierungen wie:

„Schön, dass jetzt wieder alles normal ist.“

Auch wenn der Satz gut gemeint ist, kann er den Eindruck vermitteln, dass sofort wieder die frühere Leistungsfähigkeit erwartet wird.

Hilfreicher ist eine Haltung, die signalisiert:

Wir freuen uns, dass Sie zurück sind – und schauen gemeinsam, wie ein guter Wiedereinstieg aussehen kann.

Was die ersten Wochen der Wiedereingliederung so entscheidend macht

Die ersten Wochen nach einer längeren Erkrankung sind eine Orientierungsphase.

Mitarbeitende testen, welche Aufgaben wieder gut funktionieren, wo Belastungsgrenzen liegen und wie sicher sie sich im Arbeitsalltag bereits fühlen. Gleichzeitig versuchen Führungskräfte einzuschätzen, welche Verantwortung übernommen werden kann und an welchen Stellen Unterstützung sinnvoll ist.

Gerade in dieser Phase entstehen häufig Missverständnisse.

Zurückkehrende Mitarbeitende möchten ihre Kolleginnen und Kollegen nicht zusätzlich belasten und versuchen deshalb möglicherweise, möglichst schnell wieder vollständig zu funktionieren. Schwierigkeiten werden nicht angesprochen, weil niemand den Eindruck vermitteln möchte, noch nicht leistungsfähig genug zu sein.

Führungskräfte wiederum interpretieren fehlende Rückmeldungen möglicherweise als Zeichen dafür, dass alles gut läuft.

Hinzu kommt das Team.

Kolleginnen und Kollegen haben während der Erkrankung oft zusätzliche Aufgaben übernommen. Mit der Rückkehr verbinden sie verständlicherweise die Erwartung, wieder entlastet zu werden. Gleichzeitig kann es notwendig sein, Aufgaben nur schrittweise zurückzugeben.

Wenn diese unterschiedlichen Erwartungen nicht transparent moderiert werden, können Spannungen entstehen.

Deshalb brauchen die ersten Wochen vor allem:

  • klare und realistische Vereinbarungen,

  • regelmäßige kurze Gespräche,

  • Flexibilität bei Aufgaben und Belastung,

  • eine verlässliche Ansprechperson,

  • Orientierung für das Team und

  • die Möglichkeit, Vereinbarungen anzupassen.

Ein guter Rückkehrprozess ist damit kein starrer Plan. Er entwickelt sich mit der tatsächlichen Belastbarkeit und den Anforderungen des Arbeitsplatzes.

Aktuelle Forschung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unterstreicht genau diesen Punkt: Eine erfolgreiche Rückkehr braucht individuelle und flexible Lösungen sowie Unterstützung durch Führungskräfte, Teams und Fachpersonen.

Rückkehrgespräch, BEM und stufenweise Wiedereingliederung: Was ist der Unterschied?

Im betrieblichen Alltag werden verschiedene Begriffe rund um die Rückkehr nach Krankheit häufig miteinander vermischt. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Instrumente.

Das Rückkehrgespräch

Ein Rückkehrgespräch dient zunächst der Kommunikation zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden.

Es kann dazu genutzt werden, den Wiedereinstieg vorzubereiten, organisatorische Fragen zu klären und gemeinsame Vereinbarungen für die nächsten Wochen zu treffen.

Im Mittelpunkt sollten dabei nicht Diagnosen oder medizinische Details stehen, sondern arbeitsbezogene Fragen:

Welche Aufgaben sind zum Einstieg realistisch? Welche Rahmenbedingungen können unterstützen? Wo besteht Klärungsbedarf? Wann soll gemeinsam überprüft werden, wie die Rückkehr verläuft?

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement – BEM

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM, ist gesetzlich in § 167 Absatz 2 SGB IX verankert.

Arbeitgeber müssen Beschäftigten ein BEM anbieten, wenn diese innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren.

Ziel ist es, gemeinsam zu klären, wie Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann.

Die Teilnahme der betroffenen Person am BEM ist freiwillig.

Die stufenweise Wiedereingliederung

Die stufenweise Wiedereingliederung, häufig auch als Hamburger Modell bezeichnet, ist wiederum eine medizinisch-therapeutische Maßnahme.

Dabei kehren Beschäftigte nach längerer oder schwerer Erkrankung schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurück. Arbeitszeit und Belastung werden über einen individuellen Stufenplan gesteigert.

Während der stufenweisen Wiedereingliederung besteht grundsätzlich weiterhin die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit.

Die stufenweise Wiedereingliederung kann Teil eines BEM-Prozesses sein – BEM und stufenweise Wiedereingliederung sind jedoch nicht dasselbe.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Unternehmen je nach Situation unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten haben.

Das Rückkehrgespräch: Wie Führungskräfte den Wiedereinstieg gut vorbereiten

Ein gut vorbereitetes Gespräch kann bereits vor oder unmittelbar zu Beginn der Rückkehr wichtige Orientierung schaffen.

Dabei sollte nicht versucht werden, den Gesundheitszustand eines Mitarbeitenden medizinisch zu beurteilen. Führungskräfte sind keine Therapeutinnen, Therapeuten oder Ärztinnen und Ärzte.

Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, gute Arbeitsbedingungen für die Rückkehr zu schaffen.

Hilfreiche Fragen können beispielsweise sein:

  • Welche Aufgaben können Sie sich zum Einstieg gut vorstellen?

  • Bei welchen Tätigkeiten benötigen Sie zunächst Unterstützung?

  • Welche Rahmenbedingungen würden Ihnen die Rückkehr erleichtern?

  • Gibt es Veränderungen im Arbeitsbereich, über die wir vorab sprechen sollten?

  • Welche Vereinbarungen treffen wir für die nächsten Wochen?

  • Wann überprüfen wir gemeinsam, ob diese Vereinbarungen noch passen?

Entscheidend ist dabei nicht nur das erste Gespräch.

Ein Wiedereinstieg entwickelt sich. Manche Belastungen zeigen sich erst, wenn der Arbeitsalltag tatsächlich begonnen hat. Deshalb können kurze, fest vereinbarte Folgegespräche wesentlich hilfreicher sein als ein einziges ausführliches Rückkehrgespräch.

Praxis-Tipp für Führungskräfte

Vereinbaren Sie bereits beim ersten Gespräch einen konkreten Folgetermin.

Zum Beispiel nach ein oder zwei Wochen.

So entsteht nicht die Situation, dass Mitarbeitende selbst aktiv um ein Gespräch bitten müssen, wenn Schwierigkeiten auftreten. Gleichzeitig signalisiert die Führungskraft, dass Anpassungen Teil des Prozesses sein dürfen.

Ebenso wichtig ist Verlässlichkeit.

Wenn Vereinbarungen getroffen werden, sollten sie auch im Arbeitsalltag Bestand haben. Wird beispielsweise vereinbart, dass bestimmte Aufgaben zunächst noch nicht übernommen werden, darf der operative Druck diese Absprache nicht wenige Tage später wieder auflösen.

Vertrauen entsteht nicht durch das Gespräch allein, sondern dadurch, dass Vereinbarungen tatsächlich gelebt werden.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Wiedereingliederung nach Krankheit

Viele Schwierigkeiten entstehen nicht aus mangelndem guten Willen. Häufig fehlen schlicht Erfahrung, klare Strukturen oder ein gemeinsames Verständnis davon, was eine gute Rückkehr benötigt.

Fehler 1: Rückkehr mit voller Leistungsfähigkeit gleichsetzen

Ein Mitarbeitender ist wieder da – also kann er auch wieder alles übernehmen.

Diese Gleichung funktioniert nach längeren Erkrankungen häufig nicht.

Belastbarkeit kann sich schrittweise entwickeln. Konzentration, Arbeitstempo, Entscheidungsfähigkeit oder der Umgang mit Stress können zunächst anders sein als vor der Erkrankung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Kann die Person wieder arbeiten?“

Sondern:

„Welche Anforderungen sind aktuell realistisch und wie können sie sinnvoll gesteigert werden?“

Fehler 2: Nur dann sprechen, wenn Probleme auftreten

Fehlende Beschwerden bedeuten nicht automatisch, dass keine Belastungen vorhanden sind.

Viele Mitarbeitende möchten nach längerer Abwesenheit gerade nicht als schwierig oder wenig belastbar wahrgenommen werden. Sie sprechen Probleme deshalb möglicherweise erst spät an.

Regelmäßige, niedrigschwellige Gespräche helfen, Veränderungen früher wahrzunehmen.

Fehler 3: Einen starren Rückkehrplan verfolgen

Nicht jede Entwicklung lässt sich im Voraus planen.

Was in der ersten Woche gut funktioniert, kann sich in der dritten Woche verändern. Umgekehrt können Aufgaben schneller wieder übernommen werden als zunächst gedacht.

Professionelle Wiedereingliederung braucht deshalb feste Orientierung – aber gleichzeitig genügend Flexibilität.

Fehler 4: Das Team aus dem Prozess ausblenden

Eine längere Erkrankung betrifft selten ausschließlich die abwesende Person.

Während der Abwesenheit übernehmen andere Aufgaben, Verantwortung oder zusätzliche Arbeitslast. Bei der Rückkehr müssen Rollen und Zuständigkeiten erneut angepasst werden.

Das Team benötigt deshalb Orientierung.

Dabei müssen selbstverständlich keine persönlichen Gesundheitsinformationen weitergegeben werden. Dennoch kann transparent kommuniziert werden, wie Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit in der nächsten Zeit organisiert werden.

Fehler 5: Professionelle Unterstützung erst suchen, wenn der Prozess bereits festgefahren ist

Externe Unterstützung wird häufig erst hinzugezogen, wenn Konflikte entstanden sind, die Rückkehr mehrfach gescheitert ist oder Führungskräfte keine weiteren Handlungsmöglichkeiten sehen.

Dabei kann eine frühzeitige fachliche Begleitung gerade bei komplexen Rückkehrprozessen helfen, Rollen zu klären, Gespräche vorzubereiten und Lösungen zu entwickeln, bevor sich Schwierigkeiten verfestigen.

Warum Wiedereingliederung nicht nur den einzelnen Mitarbeitenden betrifft

Eine häufige Fehlannahme besteht darin, eine längere Erkrankung ausschließlich als individuelles Thema zu betrachten.

Doch ein längerer Ausfall verändert ein Arbeitssystem.

Mitarbeitender → Arbeitsfähigkeit → Führung → Team → Organisation

Aufgaben werden verteilt. Kolleginnen und Kollegen kompensieren. Führungskräfte organisieren neu. Verantwortlichkeiten verschieben sich. Arbeitsabläufe verändern sich.

Kehrt die erkrankte Person zurück, muss sich dieses System erneut sortieren.

Genau deshalb reicht es häufig nicht aus, ausschließlich auf die Belastbarkeit des zurückkehrenden Mitarbeitenden zu schauen.

Eine zentrale Frage lautet auch:

Unter welchen Bedingungen findet die Rückkehr statt?

Die Rolle der Führungskraft

Führungskräfte gestalten diese Bedingungen wesentlich mit.

Sie entscheiden nicht über den Gesundheitszustand ihrer Mitarbeitenden. Sie können jedoch beeinflussen,

  • welche Aufgaben zum Einstieg übertragen werden,

  • wie Erwartungen kommuniziert werden,

  • wie häufig Rückmeldungen stattfinden,

  • wie flexibel auf Veränderungen reagiert wird,

  • wie das Team eingebunden wird und

  • ob Belastungen frühzeitig angesprochen werden können.

Führung bedeutet in dieser Situation deshalb nicht, gesundheitliche Probleme lösen zu müssen.

Führung bedeutet, Orientierung zu schaffen.

Die Rolle des Teams

Auch das Team braucht Aufmerksamkeit.

Hat es über längere Zeit zusätzliche Aufgaben übernommen, kann der Wunsch nach schneller Entlastung groß sein. Gleichzeitig kann eine sofortige vollständige Rückübertragung der Aufgaben die zurückkehrende Person überfordern.

Diese Spannung muss moderiert werden.

Ein professioneller Rückkehrprozess berücksichtigt deshalb sowohl die Bedürfnisse des zurückkehrenden Mitarbeitenden als auch die Belastungen und Anforderungen des Teams.

Die Rolle der Organisation

Schließlich stellt sich die Frage, welche Strukturen ein Unternehmen grundsätzlich für längere Erkrankungen und Rückkehrprozesse geschaffen hat.

Gibt es klare Zuständigkeiten?

Wissen Führungskräfte, welche Rolle sie übernehmen?

Ist das BEM gut organisiert?

Existieren feste Abläufe für Rückkehrgespräche?

Können Arbeitsbedingungen bei Bedarf angepasst werden?

Gibt es interne oder externe Ansprechpartner?

Je klarer diese Strukturen sind, desto weniger hängt eine erfolgreiche Wiedereingliederung vom Improvisationstalent einzelner Führungskräfte ab.

Hier wird Wiedereingliederung von einer individuellen Personalfrage zu einer Frage gesunder Arbeitsorganisation.

Was erfolgreiche Rückkehrprozesse auszeichnet – und wann externe Unterstützung sinnvoll ist

Eine gelungene Wiedereingliederung bedeutet nicht, dass vom ersten Arbeitstag an alles reibungslos funktioniert.

Sie zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass Veränderungen wahrgenommen und Vereinbarungen angepasst werden können.

Erfolgreiche Rückkehrprozesse verbinden dabei mehrere Ebenen:

1. Individuelle Orientierung

Die aktuelle Belastbarkeit und die konkreten Anforderungen des Arbeitsplatzes werden gemeinsam betrachtet.

2. Klare Vereinbarungen

Aufgaben, Verantwortlichkeiten und mögliche Anpassungen werden nicht dem Zufall überlassen.

3. Regelmäßige Rückmeldung

Die Rückkehr wird über einen angemessenen Zeitraum begleitet und nicht nach dem ersten Arbeitstag als abgeschlossen betrachtet.

4. Flexible Arbeitsgestaltung

Wenn Anpassungen erforderlich werden, können Arbeitszeit, Aufgaben, Verantwortungsumfang oder organisatorische Bedingungen überprüft werden.

5. Führung und Team werden mitgedacht

Die Rückkehr wird nicht ausschließlich als Angelegenheit der betroffenen Person behandelt.

6. Strukturen geben Sicherheit

BEM, Personalverantwortliche, Führungskräfte und gegebenenfalls weitere interne oder externe Fachstellen arbeiten nachvollziehbar zusammen.

Gerade bei komplexen Erkrankungsverläufen, psychischen Belastungen, längeren Ausfallzeiten oder bereits belasteten Teamkonstellationen kann externe Unterstützung sinnvoll sein.

Eine neutrale fachliche Begleitung kann dabei helfen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Führungskräfte bei schwierigen Fragen zu entlasten.

Denn Führungskräfte befinden sich häufig selbst in einem Spannungsfeld: Sie möchten Rücksicht nehmen und gleichzeitig die betrieblichen Abläufe sicherstellen. Sie sollen Belastungen wahrnehmen, dürfen aber keine therapeutische Rolle übernehmen. Sie müssen das Team berücksichtigen und gleichzeitig die Privatsphäre der zurückkehrenden Person schützen.

Professionelle Unterstützung schafft hier Orientierung.

REHAintegra NOVA betrachtet Rückkehr deshalb nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Mensch, Arbeitsfähigkeit, Führung, Team und Organisation.

So entstehen Lösungen, die sowohl die individuelle Situation als auch die Realität des Unternehmens berücksichtigen.

Häufige Fragen zur Wiedereingliederung nach Krankheit

Wann muss ein Arbeitgeber ein BEM anbieten?

Ein Arbeitgeber muss Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten, wenn sie innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren.

Die Teilnahme am BEM ist für die betroffene Person freiwillig.

Was ist der Unterschied zwischen BEM und stufenweiser Wiedereingliederung?

Das BEM ist ein betrieblicher Prozess mit dem Ziel, Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz zu erhalten.

Die stufenweise Wiedereingliederung – auch Hamburger Modell – ist dagegen eine medizinisch-therapeutische Maßnahme, bei der Beschäftigte schrittweise an ihre bisherige Arbeitsbelastung herangeführt werden.

Eine stufenweise Wiedereingliederung kann Bestandteil eines BEM sein.

Was sollte eine Führungskraft im Rückkehrgespräch fragen?

Im Mittelpunkt sollten arbeitsbezogene Fragen stehen.

Zum Beispiel:

Welche Aufgaben sind für den Einstieg realistisch? Welche Unterstützung wird benötigt? Welche Rahmenbedingungen erleichtern die Rückkehr? Wann werden die getroffenen Vereinbarungen gemeinsam überprüft?

Diagnosen oder detaillierte medizinische Informationen sind für die Gestaltung des betrieblichen Wiedereinstiegs in der Regel nicht der richtige Gesprächsfokus.

Wie lange dauert eine Wiedereingliederung nach Krankheit?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Dauer.

Sie hängt unter anderem von der Erkrankung, der Tätigkeit, der individuellen Belastbarkeit und den betrieblichen Rahmenbedingungen ab. Gerade deshalb sollten Rückkehrprozesse nicht nach einem starren Muster gestaltet werden.

Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der Wiedereingliederung?

Führungskräfte schaffen die betrieblichen Rahmenbedingungen.

Sie können Erwartungen klären, Aufgaben priorisieren, regelmäßige Gespräche ermöglichen, das Team orientieren und gemeinsam mit den Mitarbeitenden prüfen, ob Anpassungen notwendig sind.

Ihre Aufgabe ist nicht die medizinische oder therapeutische Bewertung der Erkrankung.

Fazit: Die ersten Wochen stellen die Weichen

Die Rückkehr nach einer längeren Erkrankung ist weit mehr als der erste Arbeitstag.

Sie ist ein Prozess, in dem sich Mitarbeitende, Führungskräfte, Teams und Arbeitsorganisation neu aufeinander einstellen.

Unternehmen, die diesen Prozess bewusst gestalten, schaffen Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig können arbeitsbezogene Überforderungen früher erkannt und notwendige Anpassungen rechtzeitig vorgenommen werden.

Dafür braucht es nicht zwangsläufig komplizierte Maßnahmen.

Oft beginnt gute Wiedereingliederung mit einigen grundlegenden Fragen:

Was braucht die zurückkehrende Person aktuell?

Was benötigt die Führungskraft, um sicher handeln zu können?

Welche Veränderungen entstehen für das Team?

Und welche Strukturen stellt das Unternehmen bereit, damit aus einer Rückkehr eine langfristig tragfähige Zusammenarbeit werden kann?

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Mitarbeitenden, der schlicht wieder am Arbeitsplatz erscheint, und einem professionell gestalteten Rückkehrprozess.

Wenn Rückkehr zur Führungs- und Organisationsaufgabe wird

Eine längere Erkrankung betrifft selten nur eine Person. Sie verändert Aufgaben, Zusammenarbeit, Führung und häufig auch das Teamgefüge.

REHAintegra NOVA unterstützt Unternehmen dabei, Rückkehrprozesse aus dieser Gesamtperspektive zu gestalten – mit Orientierung für Führungskräfte, individueller Begleitung von Mitarbeitenden und Strukturen, die eine gesunde und langfristig tragfähige Rückkehr in den Arbeitsalltag unterstützen.

Möchten Sie Rückkehrprozesse in Ihrem Unternehmen professionell gestalten? Sprechen Sie mit uns.

Weiterlesen

Beiträge, die hier anschließen

Vielleicht interessiert Sie auch eines der folgenden Themen. 

Keine Ergebnisse gefunden

Die angeforderte Seite konnte nicht gefunden werden. Versuche, deine Suche zu verfeinern, oder nutze die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Wiedereingliederung

Im Rahmen der psychologisch-therapeutischen Begleitung geht REHAintegra auch in Hinblick auf die berufliche und soziale Rehabilitation neue Wege. Ziel ist es hierbei vor allem die lebenswichtigen Prozesse des Alltags zu meistern und eine größtmögliche Teilhabe am sozialen Leben wiederzulangen.

Soziale Rehabilitation

Wir legen größten Wert auf ein selbstbestimmtes Leben.

Unsere psycho-soziale Betreuung hat bereits große Erfolge gezeigt. Diese Erfolge sind auf drei Komponenten gestützt:

  • die umfassende Unterstützung des Klienten zur Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen
  • die Förderung der aktiven Beteiligung am Leben in der Gesellschaft durch individuell zugeschnittene Trainingsprogramme
  • die engmaschige Vernetzung der Klienten mit professionellen, öffentlichen Hilfeleistern (Ärzte, Vereine, Ämter)

Die Ermöglichung der Teilhabe am sozialen Leben erfolgt in erster Linie durch den Erwerb sozialer Kompetenzen, welche nicht selten unter den Folgen einer Erkrankung gelitten haben, und setzt Potenziale zur Selbstaktivierung der Betroffenen frei.

Berufliche Rehabilitation

Weiterhin sorgen wir für einen reibungslosen Ablauf bei der Wiedereingliederung von Unfallopfern und Menschen mit Erkrankungen in ein bestehendes Arbeitsverhältnis. Darüber hinaus unterstützen wir aber auch jene Menschen, die aufgrund ihrer unfallbedingten Einschränkungen eine neue berufliche Perspektive benötigen, indem wir sie auf einen beruflichen Neueinstieg vorbereiten und auf diesem Weg begleiten.

Den Schwerpunkt setzt REHAintegra dabei stets auf psychologischer Ebene. Unser Erfolg begründet sich auf die enge Zusammenarbeit von psychologischer Betreuung und Job Coaching.